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DER ANDERMATTER Winter 2015

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Gästemagazin der Gotthardregion

Artilleriesoldaten bei

Artilleriesoldaten bei einer Übung um 1910. Artillery soldiers during an exercise in 1910. die Schweizer Regierung deshalb, den Gotthard massiv zu befestigen und die Alpen mit ihren bedeutenden Verkehrswegen uneinnehmbar zu machen. Ein Jahr später stimmte das Parlament dem Plan zu, und bereits 1889 wurden die ersten Bauarbeiten aufgenommen. In mehreren Etappen wurden vom Tessin über das Urserental bis ins Wallis und nach Graubünden diverse Festungen, Bunker, Stollen und Truppenunterkünfte erstellt und mit den modernsten Geschützen ausgerüstet. Der Festungsbau beschäftigte Hunderte von in- und ausländischen Arbeitern. Von Geheimhaltung keine Rede. Im Gegenteil: Das Ausland sollte ruhig wissen, wie entschlossen die Schweiz bereit war, Angriffe von aussen abzuwehren. Die Friedenskaserne Altkirch Andermatt, im Zentrum der vielen Festungen gelegen, sollte schnell zum wichtigsten militärischen Stützpunkt der Gotthardregion werden. 1893 wurden hier erstmals Rekruten der Festungsartillerie ausgebildet. Von 1897 bis 1900 wurde am nördlichen Dorfausgang die Friedenskaserne Altkirch gebaut, die lange als die schönste Kaserne der Schweiz galt. 120 JAHRE WAFFENPLATZ ANDERMATT 120 YEARS OF MILITARY PRESENCE IN ANDERMATT Der Waffenplatz Andermatt ist seit 120 Jahren ununterbrochen in Betrieb. Die Kaserne Altkirch mit ihren Anlagen prägt bis heute das Landschaftsbild. Es dürfte kaum einen Tag geben, an dem nicht Armeeangehörige hier Dienst leisten. Seit einigen Jahren besuchen auch immer mehr ausländische Soldaten und Offiziere Gebirgs-Spezialkurse im Urserental. The Andermatt armoury has been in service for over 120 years. The Altkirch barracks and its grounds still shape the local landscape today and barely a day goes by without military personnel undertaking duties here. For some years increasing numbers of foreign soldiers and officers have taken part in special mountain courses in the Urseren Valley. Vor allem im Zweiten Weltkrieg – mit seiner Bedrohung von Nord und Süd – spielte der Gotthard eine zentrale Rolle. In der Zeit höchswere to be under no illusions about how determined Switzerland was to defend itself against attacks from outside. The Altkirch peacetime barracks Andermatt, situated in the centre of a multitude of fortifications, was soon to become the most important military base in the Gotthard region. The first recruits for the fortress artillery were trained here in 1893. From 1897 to 1900 the Altkirch peacetime barracks, long regarded as the most impressive barracks in Switzerland, was built at the north entrance to the village. Gotthard played a key role in the Second World War in particular, under threat from both north and south. During the most dangerous period, the General of the Swiss Army Henri Guisan called 48

In Andermatt werden heute Gebirgsspezialisten ausgebildet. Mountain specialists are trained in Andermatt today. ter Gefahr scharte am 25. Juli 1940 der General der Schweizer Armee, Henri Guisan, die höchsten Offiziere auf dem legendären Rütli oberhalb des Urnersees um sich. Er erklärte ihnen die Schweizer Abwehrstrategie, den sogenannten Reduitplan. Die Armee zog sich in den zentralen Alpenraum zurück, um von hier aus, einem Igel gleich, das Land gegen alle Bedrohungen zu verteidigen. Der Gotthard mit seinen Festungen entwickelte sich bald zum Symbol für Freiheit, Unabhängigkeit und Widerstandswillen. Diese Strahlkraft behielt er auch während des Kalten Krieges stets bei. Spezialisten für das Gebirge Nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 und dem Ende des Kalten Kriegs erlebte die Schweizer Armee mehrere Reformen. Dabei verloren die Gotthardfestungen zunehmend an Bedeutung. Heute werden nur noch wenige Festungen betrieben. Andere wurden stillgelegt und rückgebaut. Und einzelne dienen als Museen und geben Einblick in die lange als streng geheim gehaltene Geschichte der Festungen im Gotthardgebiet. 2003 war auch letztmals eine Rekrutenschule in Andermatt stationiert. Seither beherbergt die Kaserne das Kompetenzzentrum Gebirgsdienst der Armee, das die unterschiedlichsten nationalen und internationalen Ausbildungskurse für Gebirgsspezialisten durchführt. the most senior officers together at the legendary Rütli mountain meadow above Lake Uri on 25 July 1940. He explained the Swiss defence strategy to them, known as the redoubt strategy. The army retreated into the central Alps and, from here, like a hedgehog, would defend the country from all threats. The Gotthard, with its fortifications, soon became a symbol for freedom, independence and resistance – a strategy it continued to maintain during the Cold War. Mountain specialists After the fall of the Berlin Wall in 1989 and the end of the Cold War, the Swiss Army underwent several reforms. The importance of the Gotthard fortresses declined and very few fortifications remain in operation today. Others were mothballed and restored to their original states. Some now serve as museums offering an insight into the long and secret history of the fortifications in the Gotthard region. The last military training school took place in Andermatt in 2003. Since then the barracks has housed the competence centre for the mountain rescue division of the Swiss Army, which runs diverse national and international training courses for mountain specialists. Xaver Bühlmann besitzt eine umfangreiche Sammlung historischer Aufnahmen aus dem Urserental. Aus seinem Archiv stammt das Bild auf den Seiten 46 und 48. Xaver Bühlmann has an extensive collection of historical photographs from the Urseren Valley. The pictures on pages 46 and 48 are from his archive. 49

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