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DER ANDERMATTER Sommer 2015

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Gästemagazin der Gotthardregion

Zu jeder Jahreszeit

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URNER CHILBI URI CHILBI Am Sonntag nach dem 21. Oktober feiert Andermatt seine «Chilbi». Was in Deutschland Kirmes oder in Österreich Kirtag heisst, wird in der Schweiz als Chilbi bezeichnet. Das Fest erinnert an den Tag, an dem die Dorfkirche geweiht wurde. Von Mitte August bis Mitte November findet fast jedes Wochenende in irgendeiner Urner Gemeinde eine «Chilbi» statt. Früher wurde an diesen Tagen in den Gasthäusern zum Tanzen aufgespielt. Dieser Brauch ist weitgehend verschwunden. Geblieben ist das traditionelle Chilbigericht «Chabis und Schaffleisch». Das würzige Eintopfgericht aus Weisskohl, Zwiebeln und Lammragout kommt am Chilbiwochenende in fast jedem Restaurant und in vielen Urner Haushalten auf den Tisch. On the Sunday after the 21st of October Andermatt celebrates its 'Chilbi'. In Germany they call it 'Kirmes', in Austria 'Kirtag' and in Switzerland the parish fair is called 'Chilbi'. The festival commemorates the day on which the parish church was consecrated. From mid-August to mid-November a 'Chilbi' takes place almost every weekend in one or other of the Uri communities. In bygone days there was dancing in the inns during the fair, a custom that is practically non-existent today. What has remained is the traditional Chilbi dish of 'cabbage and lamb'. The full-flavoured cabbage, onion and lamb stew is served in practically every restaurant and many Uri homes during the Chilbi weekend. Am meisten überzeugt die Erklärung, welche die «Woldmanndli» mit der jahrhundertelangen, sorgsamen Pflege des Waldes in Verbindung bringt. Die Urschner erkannten früh die vielfältigen Funktionen ihrer Wälder. Sie lieferten ihnen Holz zum Bauen und Heizen. Überdies bieten sie – bis heute – die mit Abstand beste Abwehr gegen Lawinen, Steinschlag und Erdrutsche. Die gemeinsame Pflege des Waldes zählte früher zu den wichtigsten Aufgaben der dörflichen Gemeinschaft. Schon 1397 erliessen die Andermatter einen Bannbrief, der jedem mit drakonischen Strafen drohte, der Gehölz, und seien es unnütze Stauden oder Tannzapfen, unerlaubt aus dem Wald entfernte. Gut möglich, dass das Dorf Taglöhner anheuerte, die den Wald in den schneefreien Monaten hegten und pflegten. Vielleicht trugen sie dabei eine einheitliche Kleidung, verständigten sich mit Signalhörnern und beendeten ihren Dienst im Oktober mit einem feuchtfröhlichen Fest. Wie auch immer: Noch heute ziehen die «Woldmanndli» kurz vor Winter einbruch durch das Dorf und danken in ihrer seltsamen Aufmachung dem Wald für alles, was er das Jahr hindurch leistet. 45 Urseren Valley soon recognised the many functions of their forests as a source of wood for building and heating. And even today, they still continue to offer the best protection against avalanches, rockfalls and landslides. Joint stewardship of the forest once ranked as one of the most important duties of the village community. As early as 1397 the citizens of Andermatt issued an interdict threatening Draconian penalties for anyone removing wood, regardless of whether it was useless undergrowth or pine cones, from the forest without permission. It is very possible that the village hired day labourers to tend the forest in the months when no snow lay. They perhaps wore similar clothing, communicated using horns and ended their service in October with a merry celebration. Whatever their origins: the 'Woldmanndli' still hold their village processions shortly before the onset of winter and, clad in their curious apparel, thank the forest for all its service over the year.

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