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DER ANDERMATTER Sommer 2013

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Gästemagazin der Gotthardregion

TYYFELSBRIGG –

TYYFELSBRIGG – HÖLLISCH SAGENHAFT. Geruhsam war das Leben in den Alpen nie. Die Angst vor den Urgewalten und Mächten der Natur bestimmte den eh schon harten Alltag der Bergler. Unwetter, Felsstürze und Lawinen zerstörten oft innerhalb weniger Sekunden, was sie sich mühsam erarbeitet hatten. Heute faszinieren die schneebedeckten Gipfel der Berge. Unsere Vorfahren jedoch waren sich sicher: In den bizarren Felswänden, Gletschern und Schluchten hausen Zwerge, Dämonen und andere Furcht erregende Wesen. Kein vernünftiger Mensch bestieg damals freiwillig einen hohen Berg. Wetterhexen konnten über Nacht eine blühende Alp in eine Steinwüste verwandeln. Grausam war die Rache, wenn der Senn gegen die göttlichen Gesetze der Natur einen Frevel beging. Und was ist davon zu halten, wenn ein Jäger einen Gemsbock erledigte – doch statt seiner Beute einen bunten Frauenrock fand? Die Gotthardregion zählt zu den sagenreichsten Gebieten der Schweiz. Die zahlreichen Geschichten, Mythen und Legenden zeugen eindrücklich davon, wie die Menschen in früheren Zeiten die unbän digen Kräfte der Natur zu verstehen und zu zähmen versuchten. Von Generation zu Generation wurden sie weitergegeben, die über tausend Urner Sagen. Immer aufs Neue bekamen alle Gänsehaut, wenn ihnen der Älpler schon zum hundertsten Mal vor dem Einnachten bedächtig erzählte, wie eine arme Seele für eine Untat im ewigen Eis büssen musste. Eine der bekanntesten Sagen der Schweiz berichtet, wie die Urschner vor Urzeiten in der wilden Schöllenenschlucht die Brücke über die tosende Reuss bauen wollten. Unmöglich und verwegen schien der Plan. Bis einer unbedacht ausrief, das solle der Teufel doch richten. Sprach’s – und schon stand er da, der Leibhaftige mit dem Schwanz und dem Bocksfuss, und schlug einen Handel vor: In drei Tagen hätten die Urschner ihren Steg. Und der Preis? Die erste Seele, die die Brücke passierte, sollte dem Teufel gehören. Und tatsächlich, nach drei Tagen war das kühne Werk vollendet. Doch statt einer menschlichen Seele, wie der Teufel sich dachte, jagten die gefitzten Urschner einen Ziegenbock über die Brücke. Wutentbrannt wollte sich der Teufel an den Urschnern, diesen niederträchtigen und verlogenen, rächen. Er stemmte sich im Wassnerwald einen Steinkoloss auf die Schultern, um damit sein Werk zu zerstören. Doch auf dem Weg zurück in die Schöllenen begegnete ihm in Göschenen ein altes Mütterlein, das flink hinterrücks ein Kreuz in den Felsbrocken ritzte. Mit dem christlichen Zeichen wurde der Gehörnte besiegt. Fuchsteufelswild fuhr er in die Unterwelt. Die Brücke aber blieb stehen und wurde inzwischen mehrmals durch einen Neubau ersetzt. Auch der Teufelsstein in Göschenen ist immer noch zu sehen. Er erinnert für ewige Zeiten daran, dass die Urschner viel gewitzter als der Leibhaftige sind. MEETING MIT DEM TEUFEL. DEVILISH ENCOUNTER. Wollen Sie die Sage von der Teufelsbrücke hautnah erleben? Dann besuchen Sie die wilde Schöllenenschlucht. Wann: 8. / 24. / 30. Juli; 5. / 15. August; 6. Oktober, jeweils 16 Uhr Anmeldung: mind. zwei Tage zum Voraus beim Tourismusbüro Andermatt Would you like to experience the Devil’s Bridge at first hand? Join us in exploring the wild Schöllenen Gorge. When: 8/24/30 July; 5/15 August; 6 October, 4 p. m. Registration: at least two days in advance at the Tourist Office Andermatt www.andermatt.ch Die renommierte Luzerner Autorin Gisela Widmer hat die alte Sage zu einem packenden, in die heutige Zeit passenden Theaterstück umgeschrieben. Die in der ganzen Schweiz bekannten Freilichtspiele Andermatt führen «Tyyfelbsrigg» von Mitte Juli bis Ende August 2013 an jedem Mittwoch-, Freitag- und Samstagabend auf. Tickets sind am Bahnhof Andermatt oder über www.tyyfelsbrigg.ch erhältlich. Peaceful is not a term you could ever apply to Alpine life. On the contrary, the hard life of Alpine dwellers was overshadowed by the fear of elemental forces and the power of nature. Storms, rock falls and avalanches often destroyed the fruits of painstaking labour within seconds. Today, the snow-topped peaks hold a fascination for us. However our ancestors firmly believed that dwarves, demons and other fearsome creatures lived in the bizarre rock faces, glaciers and gorges. No-one with any sense ever scaled a mountain of their own free will. “Weather witches” could transform blooming pastures into barren wastes overnight. Woe betide the herdsman who transgressed the divine rules of nature. And what were you supposed to think when a hunter shot a chamois and found a bright ladies’ skirt instead of his quarry? The Gotthard region is one of the richest in legends in Switzerland. Countless tales, myths and legends bear impressive witness to our ancestors attempts to understand and tame the unleashed forces of nature. More than a thousand Uri legends were passed down from generation to generation. Audiences were continually scared by Alpine dwellers recounting for the hundredth time how a poor soul was sent to eternal icy damnation for a misdeed. One of the most famous Swiss legends tells of how the ancient inhabitants of Uri wanted to build a bridge over the raging Reuss in the wild Schöllenen Gorge. The plan seemed impossible and reckless. Until one unheeding soul called out that the Devil should decide. No sooner said – and there he stood, complete with tail and cloven hoof, and proposed a deal: the people of Uri would have their bridge in three days. But at what price? The first soul to use the bridge would belong to the Devil. And, indeed, in three days the bold deed was accomplished. However, instead of a human soul as the Devil had intended, the cunning people of Uri chased a billy goat over the bridge. Furious, the Devil wanted his revenge on the villainous, deceitful people of Uri. So, in Wassner Forest he heaved a giant stone onto his shoulders to destroy his work. However on the way back to Schöllenen he was met by an old woman in Göschenen, who quickly scratched a cross onto the rock behind his back. The Christian symbol defeated the Devil and, beside himself with rage, he returned to the underworld. The bridge however remained standing and has since been renewed many times. You can still see the Teufelsstein [Devil’s Stone] in Göschenen as well. It is an eternal reminder of how the people of Uri outwitted the Devil. 20

TYYFELSBRIGG – A DEVILISHLY GOOD YARN. The well-known Lucerne authoress Gisela Widmer dramatised the old legend into a play set in modern times. Famous all over Switzerland, the Andermatt open-air theatre will perform “Tyyfelbsrigg” every Wednesday, Friday and Saturday evening from mid July to the end of August. Tickets are available at Andermatt railway station or www.tyyfelbrigg.ch. 21 Sagenfiguren aus dem Freilichtspiel «Tyyfelsbrigg». Mythical figures from the open-air theatre “Tyyfelsbrigg”.

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