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DER ANDERMATTER Sommer 2016

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Gästemagazin der Gotthardregion

um eine Wasser kühlung

um eine Wasser kühlung der Milch zu erreichen. Solche separate Milchkeller oder «Nitler» sind heute noch im Urner Schächental – etwa am Weg von Unterschächen nach Äsch – zu sehen. Da die kleinen Alpen in den hochalpinen Zonen nur während weniger Tage genutzt werden konnten, errichteten die Älpler dort nur sehr einfache, aus Bruchsteinen aufgebaute Hütten. Die Alpgebäude-Forschung zeigt, dass die Gebäude auf Privatalpen, die im Besitz eines Bauern oder einer Bäuerin sind, meist komfortabler sind als jene auf Genossenschaftsalpen, wo Sennen und Hirten von der Alpgenossenschaft angestellt werden. Um die Bauten vor Schneedruck, Lawinen, Rüfen und Sturmwinden zu schützen, werden sie gerne in den Hang hinein gebaut. Andernorts schmiegt sich die Hütte an einen grossen Felsblock an, der als natürlicher Lawinenkeil Schutz bietet. Gegen den mächtigen Schneedruck im Winter unterstützen und verstreben die Älpler Giebel und Dächer mit Baumstämmen oder Balken. Mit eingeritzten Kreuzzeichen, Wegkreuzen und mit dem Betruf bitten die Alpbewohner um zusätzlichen Schutz. Mehr Komfort auf der Alp In alten Hütten schliefen die Älpler im selben Raum, in dem sie auch arbeiteten. Oder sie nutzten eine Ecke eines nahen Heustalls als Schlaflager. Später als anderswo in der Schweiz bauten die Urner, Bündner, Walliser und Tessiner Älpler dann eine geheizte Stube an ihre Hütte an. Der älteste Urner Beleg einer Sennhütte, bei der von Anfang an eine Stube eingeplant war, stammt von 1830. Der bekannte Schweizer Bauernhausforscher Benno Furrer erwähnt, dass Stuben vor allem dort zu finden large boulder to provide a natural avalanche protection. To combat the powerful pressure of snow in winter, the alpine inhabitants added supports and struts to the gables and roofs using tree trunks or beams. For additional protection the alpine inhabitants carved signs of the cross, erected shrines and offered the "Betruf" prayer of protection. More comfort on the alp In the old huts, the alpine inhabitants slept in the room that they worked in or used a corner of a nearby hay barn as a place to sleep. Later as elsewhere in Switzerland, the alpine people of Uri, Graubünden, Valais and Ticino then built a heated living room in their huts. The oldest Uri evidence of a herdsman's hut that was planned with a living room from the start dates back to 1830. Renowned Swiss farm researcher Benno Furrer explained that living rooms were mainly found where women also worked on the alp or even ran the alpine business. At the same time, it became clear that early living room extensions were only evident in the individual alpine dairies. At the end of the 19th century, alp inspectors demanded various improvements in the buildings, hygiene facilities and other areas. Financial support was also provided for these improvements, which increased the quality and productivity. New materials like concrete or corrugated iron were used for these constructions, although the builders still attempted to keep the traditional look. ANZEIGE MEINE BERGE: MEINE ERHOLUNG: MEINE FREIHEIT: MEIN GEMSSTOCK ! Sie wünschen sich: Vielseitige Wanderungen? Haben wir. Frische Bergluft und herrliche Aussichten? Gibts im Überfluss. Vom 16. Juli bis 21. August und vom 1. bis 23. Oktober führt Sie die Gemsstockbahn auf 2961 m ü. M. hinauf zu abwechslungsreichen Routen, kulinarischen Genüssen, einem abenteuerlichen Kinderspielplatz und vielem mehr. www.skiarena.ch 18

FERIEN- UND BUCHTIPP HOLIDAY TIP AND BOOK TIP «Trossstall» auf der Unteralp bei Andermatt. "Tross stall" in the Unteralp near Andermatt. waren, wo Frauen auf der Alp mitwirkten, oder wo die Alpwirtschaft sogar ganz in Frauenhänden lag. Gleichzeitig fällt auf, dass frühe Stuben-Anbauten nur in der Einzelsennerei vorkamen. Ende des 19. Jahrhunderts forderten Alpinspektoren diverse Verbesserungen bezüglich Bauten, Hygieneeinrichtungen und weiteren Bereichen. Diese sogenannten Meliorationen wurden denn auch mit finanziellen Beiträgen unterstützt und dienten der Qualitäts- und der Produktivitätssteigerung. Baulich wurden nun auch neue Materialien wie Beton oder Wellblech genutzt, wobei man jedoch optisch Rücksicht auf traditionelle Bauformen zu nehmen versuchte. Eindrückliche Erlebnisse schaffen Nach wie vor gibt es in der Schweiz über 7‘000 Alpbetriebe. Die von ihnen genutzten rund 4‘600 Quadratkilometer Sömmerungsweiden entsprechen etwa einem Drittel der Schweizer Landwirtschaftsfläche. Eine Alp ist aber viel mehr als eine Viehweide. Sie dient den Älplern als spannender Arbeitsort, und sie ist Lebens- und Erholungsraum für Pflanzen, Tiere und Menschen. Schutz vor Erosion und Naturgefahren, Sicherung der Biodiversität, architektonische Prägung des Berggebiets, Attraktion im sanften Tourismus, Herkunftsort von natürlichen regionalen Produkten – Alpen und Alpwirtschaft interessieren heute aus ganz verschiedenen Perspektiven. Gäste auf der Alp schätzen authentische Erlebnisse, geniessen das leckere Angebot in den kleinen «Alpbeizli» oder entdecken die traditionelle Baukultur. Persönliche Kontakte mit den Älplerfamilien machen die Begegnungen umso erinnerungswürdiger. So kann heute eine neue Wertschätzung für das Leben und Arbeiten auf der Alp entstehen. 2005 wurde die Stiftung «Ferien im Baudenkmal» gegründet. Sie übernimmt vom Verfall bedrohte historische Bauten und renoviert sie liebevoll. Über www.magnificasa.ch sind die besonderen Objekte zu mieten. Darunter befinden sich auch mehrere Alp- und Landwirtschaftsbauten. Gäste erfahren in den speziellen Gebäuden Baukultur hautnah. Wer sich lieber zu Hause mit dem Leben auf den Urner Alpen beschäftigen möchte, hat mit dem 2015 erschienenen Buch «Hirt, Tinner und Fugibootschä» die Gelegenheit dazu. Der Altdorfer Fotograf Christof Hirtler porträtiert 50 Älplerfamilien in Texten und starken Bildern – ergänzt durch eine spannende Abhandlung des Bauernhausforschers Benno Furrer. The "Ferien im Baudenkmal" foundation was formed in 2005, offering people the opportunity to spend their holidays in historical buildings. It takes over threatened buildings and lovingly renovates them. You can rent these special properties at www.magnificasa.ch. The buildings include several alp and farm buildings, giving guests the opportunity to experience the old building techniques up close. If you'd rather find out about life in the Uri alps from the comfort of your own home, a book on the subject was published in 2015: "Hirt, Tinner und Fugibootschä". Altdorf photographer Christof Hirtler creates portraits of 50 alp families in text and powerful pictures – supplemented by an fascinating paper by the farmhouse researcher Benno Furrer. Creating impressive experiences There are still around 7,000 alpine farms in Switzerland. The 4,600 square kilometres of summering pastures make up around one third of the Swiss farmland. But an alp is a lot more than just livestock pasture. It is an exciting place to work for the alpine farmers and a living and recreation area for plants, animals and people. Protection from erosion and natural hazards, biodiversity, architectural influences on the mountain area, "soft" tourism attractions, the source of natural, regional products – the alps and alpine farming generate interest today from many different perspectives. Visitors to the alp appreciate the authentic experience, enjoy the delicious food on offer in the small mountain restaurants or discover the traditional building techniques. Personal contact with the alpine families makes the experience even more memorable – further increasing the appreciation of work and life on the alp. 19

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